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Nach Ende des Zweiten Weltkrieges kam die Radarentwicklung
in Deutschland gänzlich zum Erliegen. Jegliche Forschung auf diesem Gebiet war
von den Alliierten bis 1950 verboten. Dennoch, die wesentlichen Grundlagen von
Radarsystemen existierten, die Prinzipien von Puls- und Dauerstrich-Radaren
waren erarbeitet, ihre erfolgreiche Anwendung zur Zielentdeckung und -verfolgung
war nachgewiesen. Dies war eine stabile Grundlage für den Wiederbeginn der
Arbeiten einer neuen deutschen Radarindustrie.
Erhebliche Fortschritte machte die Radartechnik in den
Nachkriegsjahren insbesondere in den USA. Es entstanden die ersten kohärenten
Systeme, und die Doppler-Signalverarbeitung wurde eingeführt.
Hochleistungs-Klystrons stellten die dafür notwendige technologische Voraussetzung
zur Verfügung. Die neue Technik der Puls-kompression führte zusammen mit
kohärenter Doppler-Signalverarbeitung zur Hochauflösung bei Entfernungs- und
Geschwindigkeitsmessung. Eine weitere Neuerung bei der Zielverfolgung war die
Einführung von Monopuls-Systemen. Parallel zu systemtheoretischen Arbeiten
wurden neue Technologien verfügbar. Stellvertretend für viele seien Halbleiter
und Mikroprozessoren genannt, die Schlüsselfunktionen in der weiteren
Radarentwicklung einnahmen.
Als wesentlicher Meilenstein muß die Idee zum Synthetischen
Apertur Radar (SAR) erwähnt werden, die im Juni 1951 von C. Wiley von der Goodyear
Aircraft Corporation veröffentlicht wurde. Er wies theoretisch nach, daß durch
eine geeignete Analyse der Empfangssignale eines kohärenten Radars im
Frequenzbereich eine extrem hohe Winkelauflösung zu erreichen sei. Im Juli 1953
demonstrierte eine Gruppe von Wissenschaftlern der Universität von Illinois erste
experimentelle Ergebnisse eines SAR.
Deutsche Firmen bauten von 1950 an zunächst britische
Radargeräte zur zivilen Luftraum- und Küstenüberwachung auf Lizenzbasis nach.
Die nachfolgenden Jahre waren in Europa und weltweit durch zahlreiche
internationale Kooperationen gekennzeichnet. Aus diesem Grund kann die
Geschichte der Radartechnik von dieser Zeit an nicht mehr nur auf nationaler
Basis weiterverfolgt werden.
In den folgenden Abschnitten soll deshalb die Entwicklung
in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts anhand typischer Anwendungen und
technischer Meilensteine nachgezeichnet werden.
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