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In den Vereinigten Staaten bestand nach Ausbruch des
Zweiten Weltkriegs nicht der Zeitdruck, dem die Radarentwicklung in Deutschland
und Großbritannien ausgesetzt war. Das Naval Research Laboratory (NRL)
beschäftigte sich zunächst vorwiegend mit der Impulstechnik im VHF-Bereich. Als
die USA in den Krieg eintraten, standen neben anderen das Luftüberwachungsradar
SCR-270 bei einer Frequenz von 106 MHz und das Zielverfolgungsradar
SCR-268 bei 205 MHz zur Verfügung.
Bereits im Juni 1937 hatte das US Air Corps die
Spezifikation für ein Weitbereichs-Zielentdeckungs- und Verfolgungsradar
herausgegeben, das eine Reichweite von mindestens 50 Meilen
haben sollte. Aufgrund dieser Spezifikation entstanden die
Geräte SCR-270 (mobil) und SCR-271 (stationär)
mit einer Ausgangleistung von 100 kW. Rund 800 Geräte dieses
Typs wurden insgesamt gebaut. Mit dem SCR-270 wurden
nachweislich die anfliegenden japanischen Verbände beim Angriff
auf Pearl Harbour im Dezember 1941 entdeckt. Die nachgeschaltete
Führungs- und Befehlsebene erkannte jedoch den Inhalt
und die Bedeutung der Radarsignale zu spät. Der größte Teil
der US Pazifikflotte wurde daraufhin zerstört oder schwer
beschädigt.

Luftüberwachungsradar SCR-270 und Zielverfolgungsradar SCR-268
Das SCR-268 wurde erstmals von der US Army in Fort Monroe im Dezember
1938 in Betrieb genommen. Die Antenne bestand, wie zur damaligen Zeit weit
verbreitet, aus Dipolfeldern mit Reflektoren. Die Signalauswertung und die
Zielverfolgung wurde vom Bedienpersonal vorgenommen, das dann auch manuell die
Antennen nachführte. Infolge seiner für die Feuerleitung unzureichenden Genauigkeit
der Winkelmessung musste das SCR-268 mit optischen
Zielverfolgungseinrichtungen ergänzt werden. Bei Nachteinsätzen kamen zur
Unterstützung vom Radar gesteuerte Scheinwerfer zum Einsatz.
Auf der Grundlage der mit Großbritannien gemeinsamen
Entwicklung der Magnetron-Technologie am MIT begann 1943 die Produktion der
ersten Mikrowellen-Feuerleitradare SCR-584. Sie arbeiteten im
Frequenzbereich um 3 GHz mit einem wesentlich reduzierten Winkelmeßfehler von
nur noch etwa 0.1°. Die zusätzliche optische Zielvermessung war nun nicht mehr
notwendig.

Feuerleitradar SCR-584
Auch die Technik der Bordradare profitierte von den
britisch/amerikanischen Arbeiten am MIT und wies einen sehr weit
fortgeschrittenen Stand auf. Als erster Nachtjäger war der Vought F4U-4N
Corsair von 1944 an mit einem Bordradar ausgerüstet, das bereits damals im
X-Band bei 10 GHz arbeitete.

Nachtjäger Corsair mit Bordradar AN/APS-6
Das von Sperry entwickelte Radar AN/APS-6 ging aus
dem bei 9375 MHz mit einer Ausgangsleistung von 40 kW arbeitenden SCR-537
hervor. Zum Einbau im Flugzeug wurde aus dem rechten Flügel eine Kanone
entfernt; an deren Stelle traten das Gehäuse des Radars und ein Radom. Der Corsair
kam vorwiegend bei der amerikanischen Marine noch bis zum Korea-Krieg zum
Einsatz.
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