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Dr. Rudolf Kühnhold von der Nachrichten-Versuchsabteilung
(NVA) der damaligen Reichsmarine in Kiel meldete 1931 ein
Patent an zur Unterwasser-Schallortung von Zielen, heute
Sonar genannt. Zur selben Zeit dachte Kühnhold aber
bereits daran, elektromagnetische Wellen für Ortungszwecke
außerhalb von Wasser zu nutzen. Zur Umsetzung seiner Ideen
veranlaßte er 1934 die Gründung einer neuen Firma, der GEMA
(Gesellschaft für Elektroakustische und Mechanische Apparate),
die sich mit der neuen Technik, in Deutschland mittlerweile
Funkmeßtechnik genannt, befassen sollte.
Im September 1935 präsentierte die GEMA zum
ersten Mal ein voll funktionsfähiges Funkmeßgerät vor hochrangigen
Marineoffizieren. Es bestand aus einem gepulsten Sender
mit einer Frequenz von etwa 600 MHz und hatte eine Ausgangsleistung
von 800 W. Die Laufzeit eines Impulses vom Sender zum Ziel
und zurück zum Empfänger wurde gemessen, und daraus die
Zielentfernung errechnet. Für Sendung und Empfang wurde
eine sog. Tannenbaum-Antenne, bestehend aus einem
Dipolfeld und einem Reflektornetz, verwendet. Ein kleineres
Schulschiff konnte auf eine Distanz von 8 km detektiert
werden.
Im selben Jahr arbeitete Dr. Wilhelm Runge bei
der Firma TELEFUNKEN an Richtfunk-Anlagen im UHF-Bereich.
Aus reiner Neugier legte er versuchsweise die Antenne eines
solchen 600 MHz-Senders senkrecht nach oben schauend auf
den Boden und daneben eine zweite Antenne, die mit einem
Detektor verbunden war. Er wollte damit mögliche Rückstrahlungen
von überfliegenden Flugzeugen untersuchen. Eine Ju 52,
die in 5000 m Höhe flog, konnte auf diese Weise einwandfrei
detektiert werden.
Die Firma Lorenz, als dritter industrieller Vertreter
der damaligen deutschen Funkmeßtechnik, machte 1936 erfolgreich
Versuche mit einem Radar bei 430 MHz und einer Sendeleistung
von 400 W vom Dach ihrer Labors in Berlin aus.
Neben der Industrie waren auch mehrere Forschungsinstitute
auf dem Gebiet der Funkmeßtechnik tätig. Die beiden namhaftesten
Vertreter sind die "Drahtlos-Luftelektrische Versuchsgesellschaft
Gräfelfing" (DVG) sowie das "Flugfunk-Forschungsinstitut
Oberpfaffenhofen" (FFO).
Radar war nun definitiv geboren! Industrie und
Forschungsinstitute hatten den Boden bereitet für die Entwicklung
einer Vielzahl von Radarsystemen, von denen sich viele anschickten,
Berühmtheit zu erlangen.
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