Dr.-Ing. Wolfgang Holpp
EADS Deutschland GmbH
Defence Electronics
Ulm
Seit Jahrmillionen schon nutzt die Natur ein
Prinzip, das im 20. Jahrhundert in die technische Anwendung
"Radar" umgesetzt wurde. Die Fledermaus nämlich
orientiert sich bei ihrer nächtlichen Jagd mittels
akustischer Ortung. Sie sendet dabei Ultraschallwellen
mit einem dafür spezialisierten Stimmorgan aus und
empfängt deren Echos mit trichterförmigen Ohren.
. 
Die Fledermaus: Ortung und Entfernungsmessung mittels Akustik
Diese Technik erlaubt es der Fledermaus, Hindernisse,
die sich in ihrem Flugweg befinden, zu orten und darüber
hinaus - sicherlich von ebensolcher Bedeutung - potentielle
Beute zu erjagen. Das "Prinzip Radar" ist also
nicht neu.
Elektromagnetische Wellen
Im 19. Jahrhundert wurden die theoretischen Grundlagen
geschaffen, die die Voraussetzung für die Erfindung
und Entwicklung des Radars hundert Jahre später werden
sollten.
Die erste Eisenbahn in Deutschland war gerade seit einem Jahr
zwischen Nürnberg und Fürth in Betrieb, als 1836
der bedeutende englische Wissenschaftler Michael Faraday -
in einer freilich weniger publikumswirksamen Weise - die Theorie
elektrischer und magnetischer Felder formulierte

J. C. Maxwell und seine Equations of Electromotive
Force
Im Jahr 1865 dann stellte der schottische Mathematiker
und Physiker James Clerk Maxwell die fundamentalen Gleichungen
auf, die das Zusammenwirken elektrischer und magnetischer
Felder beschreiben und so die Existenz elektromagnetischer
Wellen voraussagten. Es dauerte daraufhin allerdings weitere
23 Jahre, bis es dem deutschen Physiker Heinrich Hertz gelang,
den experimentellen Nachweis solcher Wellen zu erbringen.
Im Jahr 1888 veröffentlichte er sein wegweisendes Werk „Über
Strahlen elektrischer Kraft" in der Berliner Akademie
der Wissenschaften.

H. Hertz und sein erster Sender und Empfänger
Hertz beschreibt darin die wesentlichen Eigenschaften
elektromagnetischer Wellen, also deren Ausbreitung, die Charakteristika
von Polarisation und Brechung und, aus der Sicht der späteren
Anwendung für Radar von entscheidender Bedeutung, deren Eigenschaft,
an metallischen Körpern reflektiert zu werden.
Das IEEE hat in einer Veröffentlichung im Jahr
2000 Heinrich Hertz als den ersten Radar-Wissenschaftler
und Christian Hülsmeyer als den ersten Radar-Ingenieur
der Welt tituliert. Wer aber war Christian Hülsmeyer?
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