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Hier können Sie alle Vorträge in chronologischer Reihenfolge
vom 30.4.2004 als PDF-Datei downloaden. Bitte beachten Sie: Alle
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Dr. Wolfgang Holpp (EADS)
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"Hülsmeyers Erbe Radar im 20 Jahrhundert" |
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Wolfgang Holpp studierte Theoretische Elektrotechnik
an der Universität Stuttgart. Im Jahr 1978 trat
er in die damalige Firma AEG-Telefunken in Ulm ein und
war dort zunächst als Entwicklungsingenieur im
Bereich Mikrowellensysteme tätig. Er promovierte
1985 an der Universität Stuttgart zum Dr.-Ing.
mit einer Arbeit über dielektrische Filter im Millimeterwellenbereich.
Dr. Holpp ist Mitautor und -herausgeber des Buches „Radar
mit realer und synthetischer Apertur“ sowie Verfasser
von mehr als 30 Veröffentlichungen und Konferenzbeiträgen.
Er ist heute als Referent für „Active Array
Radar Antennas“ bei der EADS Deutschland tätig.
Kurzfassung des Vortrags
Vor 100 Jahren, am 30. April 1904, meldete Christian
Hülsmeyer sein historisches Patent an. Es trägt
den Titel „Verfahren, um entfernte
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metallische Gegenstände
mittels elektrischer Wellen einem Beobachter zu melden“.
Damit war der Grundstein der späteren Radartechnik
gelegt. Mit mehreren Demonstrationen stellte Hülsmeyer
Funktion und praktische Anwendung seiner Idee unter
Beweis. Nachhaltiger Erfolg war ihm dennoch nicht beschieden.
Sein Gedankengut eilte den technischen Möglichkeiten
jener Zeit um ein Vierteljahrhundert voraus. Erst nachdem
das militärische Potenzial der Radartechnik erkannt
worden war, setzte in den 30er Jahren eine stürmische
Entwicklung ein.
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Prof. Dr. Walter Flury (ESA)
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"Radarbeobachtung des Weltraums Bedarf und Bedeutung
für die europäische Raumfahrt" |
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Prof. Dr. W. Flury studierte an der ETH Zürich
Mathematik. Seit 1970 bei ESOC Darmstadt, dem Satellitenkontrollzentrum
der ESA, tätig. Seit 1986 Leiter des Büros
für Missionsanalyse. Koordiniert die Space Debris
Aktivitäten der ESA. Seit 1994 Honorarprofessor
an der TU Darmstadt. Mitglied der Internationalen Akademie
der Astronautik (IAA).
Kurzfassung des Vortrages
Zurzeit umkreisen ca. 13000 detektierbare künstliche
Objekte die Erde – operationelle und ausgediente
Satelliten, Raketenoberstufen und Explosionstrümmer
von einer Mindestgröße von 10-20 cm.
Die operationell genutzten Satelliten – geschätzte
Zahl 600–700 – stellen eine kleine Minderheit
dar. Alle übrigen Objekte sind Weltraummüll
(Space Debris) und gefährden Satelliten und Astronauten.
Diese Objekte werden systematisch mit Radar und optischen
Teleskopen beobachtet und die Bahnparameter aktualisiert.
Da Europa über kein Weltraumüberwachungssystem
verfügt, ist es auf die Information aus den USA
und Russland angewiesen.
Dank der Großradaranlage TIRA der FGAN und einer
ähnlichen französischen Anlage ist Europa
zumindest |
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in der Lage punktuell zu
verifizieren. Diese Beobachtungen sind aus mehreren
Gründen notwendig: 1) genaue Bahnvermessung der
Debris-Objekte zur Vermeidung von Kollisionen mit Satelliten;
2) Aktualisierung der Bahnparameter abstürzender
Risikoobjekte; 3) statistische Information über
die Debris-Population im Zentimeterbereich.
Mit bildgebenden Radareinrichtungen wie TIRA können
Fluglage und geometrische Form eines Objektes bestimmt
werden. Um auch zukünfig die Sicherheit im Satellitenbetrieb
zu gewährleisten und um debris-vermeidende Maßnahmen
zu definieren, wird die Bedeutung dieser Radaranlagen
weiter zunehmen.
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Dr. Wulf-Dieter Wirth (FKIE)
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"Die historische Entwicklung phasengesteuerter Gruppenantennen" |
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W. D. Wirth studierte an der TU Berlin Nachrichtentechnik
und promovierte 1962 zum Dr.-Ing. mit einem Thema
zur digitalen Signalverarbeitung von Radarsignalen.
Er wurde dann Leiter der Abteilung Elektronik im Forschungsinstitut
für Funk und Mathematik der FGAN. Das Arbeitsgebiet
konzentrierte sich auf Radarverfahren mit Gruppenantennen.
Er veröffentlichte mehr als 50 Aufsätze und
ein Buch auf dem Gebiet der Signalverarbeitung und des
elektronisch gesteuerten Radars.
Seit seiner Pensionierung im August 1999 ist er wissenschaftlicher
Berater bei der FGAN.
Kurzfassung des Vortrags
Nach Erläuterung des Prinzips der Gruppenantenne
werden die wesentlichen Entwicklungen von Radar-Systemen
in Deutschland ab 1942 dargestellt. Ab 1970 entstanden
industrielle Systeme mit zentraler Speisung für
die Schaffung eines Multifunktionsbetriebes für
die Zielsuche und Vielfach-Zielverfolgung für die
Luftverteidigung. Eine aktive Gruppenantenne mit individuellen
Sende-/Empfangsmodulen eröffnete die
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Verwendbarkeit von Halbleitern
auch für die Sendestufen und damit die Anwendung
von Integrationstechniken (MMIC). Die separaten Empfangssignale
von allen Antennenelementen oder Untergruppen eröffnen
weitere Funktionen, wie zum Beispiel adaptive Störerunterdrückung,
Monopulskorrektur und Superauflösung. Das entsprechend
konzipierte Demonstrationssystem ELRA der FGAN konnte
seit 1975 für verschiedene Versuche von der Antenne
bis zur Datenverarbeitung genutzt werden. Die gewonnenen
Erkenntnisse wurden auch bei den modernen Projekten
mit deutscher industrieller Beteiligung wie COBRA, APAR
und AMSAR eingebracht. Die zukünftigen Entwicklungen
zielen auf ein in vieler Hinsicht adaptives Radar.
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Prof. Dr. Joachim Ender
(FHR) -
"Radarforschung in Werthhoven" |
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Joachim H. G. Ender studierte an der Westfälischen
Wilhelms-Universität Münster Mathematik mit
dem Nebenfach Physik. Nach seinem Diplom begann er 1976
bei der FGAN in Wachtberg als wissenschaftlicher Mitarbeiter
im Bereich Radar mit phasengesteuerten Gruppenantennen.
Er promovierte am Fachbereich Elektrotechnik der Ruhr-Universität
Bo-chum über ein Thema aus dem Gebiet des bildgebenden
Radars. Seit 1992 hält er an der Ruhr-Universität
Vorlesungen über Radar-Signalverarbeitung. Die
Universität verlieh ihm 2002 den Titel „Honorarprofessor“.
1999 wurde ihm die Leitung der Abteilung Elektronik
des FHR übertragen. Seit November 2003 leitet er
das Forschungsinstitut FHR. Er ist Mitglied von VDE
und IEEE.
Kurzfassung des Vortrags
Ausgehend von den geschichtlichen Entwicklungen des
Radars von Hülsmeyer bis zu den ersten Phased-Array-Radarsystemen
wird ein Überblick über die aktuellen Forschungsarbeiten
des FHR präsentiert und ein Ausblick auf die Zukunft
des Radars aus Sicht des Institutes gegeben.
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Die Hauptaufgabe des FHR
mit derzeit ca. 140 Mitarbeitern ist die Entwicklung
neuartiger Radarkonzepte, -verfahren und -technologien.
Dabei erstreckt sich das Spektrum der Arbeiten von Untersuchungen
zur Rückstreuung elektromagnetischer Wellen bis
zu Verfahren zur Detektion, Ortung und Abbildung von
Zielen. Die im Rahmen der Forschung schon heute möglicheni-
und zukünftig in weiten militärischen und
zivilen Bereichen anwendbareni- Radartechniken gehen
weit über das hinaus, was allgemein als „Radar“
bekannt ist. Bildgebendes Radar, bi- und multistatische
Systeme, passives Radar mit Beleuchtung durch Radiosender,
Radar bei höchsten Frequenzen u.v.a.m. eröffnen
weitreichende Perspektiven.
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Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfgang Keydel
(ehem. DLR) -
"Entwicklungstendenzen und Perspektiven für zukünftige
SAR-Systeme" |
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Wolfgang Keydel studierte Physik und Mathematik
in Marburg und Hamburg. Er ist Diplom-Physiker, Dr.
rer. nat. der Universität Marburg und Dr.-Ing.
E.h. der Universität Erlangen-Nürnberg. Er
war von 1967 bis 1978 in Ulm bei AEG-Telefunken, von
1978 bis 2001 Direktor des heutigen DLR-Instituts für
Hochfrequenztechnik und Radarsysteme in Oberpfaffenhofen,
von 1990 bis 2001 Sprecher der Forschungsbereiche bzw.
Instituts-Cluster, zu denen das Institut gehörte,
von 1990 bis 1994 auch Gründungsdirektor der neuen
DLR-Institute in Berlin Adlershof. Jetzt ist er Pensionär.
Kompetenzbereich ist Hochfrequenz- und Radartechnik
für Anwendungen auf Flugzeugen und Satelliten.
Kurzfassung des Vortrags
Der Status quo in Forschung und Entwicklung von SAR-Systemen
auf Flugzeugen und Satelliten wird im Hinblick auf Technik
und Technologie |
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vorgestellt, insbesondere
bezüglich Polarimetrie, Interferometrie, Tomographie,
bistatischer Verfahren sowie mit den damit erzielbaren
Genauigkeiten. Die für die nächsten Jahre
erwarteten technischen und technologischen Innovationen
werden apostrophiert. Die SAR-Antenne als systembestimmendes
Element wird zum Antennen-SAR mutieren, und die Zukunft
wird zu voll polarimetrischen bi- bzw. multistatischen
Sensor-Netzen mit Multiantennen-Interferometrie für
diverse, innovative Anwendungen im Bereich der zivilen
und militärischen Fernerkundung und Aufklärung
führen.
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Hansjörg Roschmann
(EADS) -
"Europäische Perspektiven des Radars aus Sicht der
Industrie" |
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Hansjörg Roschmann studierte Nachrichtentechnik
an der Fachhochschule in Ulm und anschließend
Mathematik an der Universität Ulm.
Nach Abschluss des Studiums begann er seine industrielle
Laufbahn bei AEG-Telefunken in Ulm. Hier befasste er
sich zunächst mit der Entwicklung von Algorithmen
zur digitalen Echoentzerrung für den Kurzwellenfunk.
Danach übernahm er die Leitung der Abteilung für
Signal- und Datenverarbeitung für Radarsysteme
im Fachbereich „Bordsysteme“. Von 1999 bis
2002 leitete er den Entwicklungsbereich bei Airborne
Systems in der EADS Deutschland GmbH. Im Januar 2003
übernahm er die Leitung des Programmbereichs „Radar
und IFF“ in der Business Unit „Defence Electronics“
in der EADS.
Kurzfassung des Vortrags
Nach einer nun hundertjährigen, sehr erfolgreichen
Entwicklungsgeschichte steht die deutsche und auch die
europäische Radarindustrie neuen und sehr komplexen
Herausforderungen gegenüber. Die Radartechnologie
sowie die entsprechende Industrie steht vor den größten
Umwälzungen in ihrer Geschichte. Großen technischen
und |
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technologischen Fortschritten,
wie zum Beispiel der Übergang zur Active-Array-Technologie,
die erheblichen Kapitalbedarf zu ihrer Realisierung
erfordern, stehen sinkende Budgets im investiven Bereich
auf Kundenseite gegenüber. Zusätzlich müssen
neue Anwendungsfelder und Märkte erschlossen und
alte verteidigt werden. Bei dieser Transformation wird
die Radartechnik nicht nur durch die Fortschritte im
eigenen Bereich, sondern auch durch Fortschritte in
anderen Technologiebereichen wie z. B. der Prozessortechnik
maßgeblich beeinflusst.
Diesen weitgespannten Anforderungen erfolgreich zu begegnen
und gerecht zu werden ist die große Herausforderung
der europäischen Radarindustrie in der nächsten
Dekade.
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Dr. Ludger Leushacke (FHR)
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"Die Großradaranlage TIRA" |
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Dr. Leushacke studierte Elektrotechnik an der Ruhr-Universität
Bochum und promovierte dort 1991 am Lehrstuhl für
Theoretische Elektrotechnik zum Thema Untersuchungen
zur dreidimensionalen Granulation diffus gestreuten
Laserlichts.
1991 trat er als wissenschaft- licher Mitarbeiter in
die FGAN ein. Hier konnte er mit theoretischen und experimentellen
Arbeiten zur Detektion und Verfolgung und zur hochauflösenden
Abbildung von Weltraumobjekten den Aufbau eines Drittmittel-
Auftragsforschungsbereiches im FHR von Beginn an wesentlich
mitgestalten. Seit 2002 leitet Dr. Leushacke die Abteilung
Radarverfahren für Weltraumaufklärung.
Kurzfassung des Vortrags
Das TIRA System als Veranstaltungsort des heutigen
Festaktes und weithin sichtbares Wahrzeichen hat sich
im Verlauf seiner beinahe 40-jährigen Geschichte
als Experimentalsystem und einzigartige Datenquelle
weltweit einen guten Namen gemacht. Seine im nationalen
aber auch internationalen Vergleich herausragenden Eigenschaften
und Fähigkeiten machen es auch heute noch zu einem
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unverzichtbaren Instrument
zur Unterstützung der Radarforschung und zur Aufklärung
des Weltraums.
Im Vortrag wird nach einem kurzen
historischen Abriss ein Überblick über derzeitige
und geplante Eigenschaften und Fähigkeiten des
TIRA Systems gegeben. Anhand einiger illustrativer Beispiele
aus Projekten der Weltraumaufklärung werden seine
vielfältigen Einsatzmöglichkeiten erläutert.
Abschließend wird mit typischen Verfahr- und Positionierbewegungen
die - trotz seiner Größe und Masse -
hohe Dynamik und Präzision des Systems demonstriert.
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